Meinungen

unserer Gäste und Helfer

N

"Die Suppenküche ist für uns Gold wert."

Wolfenbütteler Schaufenster, 06.02.2022

Wolfenbüttel. Im Folgenden drucken wir eine Danksagung an die Ökumenische Suppenküche in Wolfenbüttel von Besucher Jan Markgraf ab:

„Diese Einrichtung ist sozusagen ein Fixpunkt in der Woche. Besonders in den Sommermonaten, wenn einmal pro Woche, mittwochs,  Frühstück angeboten wird, ist es für mich ein fester Termin. Den nutze ich, um Freunde in Wolfenbüttel zu besuchen und verbinde notwendige Wege zum Einkaufen oder auch für eventuelle Behördengänge. So sind diese Tage ausgefüllt und gut genutzt.
Das Frühstück beginnt um 9.30 Uhr und geht bis 11 Uhr. Ein guter Grund, früh genug aufzustehen. Gerade auch für diejenigen von
uns, die nicht aus dem Stadtgebiet kommen.

Aber noch wichtiger mag die täglich geöffnete Suppenküche in der Winterzeit sein. Sie ist für viele von uns ein fester Anlaufpunkt. Nicht
bloß eine mit Liebe und Zuneigung gemachte, wichtige, warme Mahlzeit gibt es im Roncalli-Haus. Nein, auch sozialen Kontakt mit anderen
Menschen. Sogar Freundschaften entstanden so schon. Das ist für manche Menschen am sozialen Rand unserer Gesellschaft absolut
nicht selbstverständlich. Auch nicht, für sich alleine gesund und ausgewogen zu kochen.

Die Mitarbeitenden der ökumenischen Suppenküche schauen nicht auf die Zugehörigkeit ihrer Gäste, ob evangelisch/katholisch,
Christ, Muslim oder Atheist. Wer kommt, wird eingelassen. Mich hat auch noch niemand aufgefordert, meinen Sozialhilfebescheid vorzulegen. Oder in irgendeiner Weise meine Bedürftigkeit nachzuweisen. Das hat auch mit Würde und Respekt zu tun!

Als die Suppenküche noch im Regelbetrieb geschlossen war, haben sich die ehrenamtlichen Helfer sicher ihre ‚Beine ausgerissen‘, um
im wahrsten Sinne des Wortes, durchs Fenster hinaus den Betrieb am Laufen zu halten. Das war in diesen Monaten für mich und sicher
die anderen von uns Gold wert. Ich hatte weiter ein regelmäßiges Anlaufziel. Ich traf so immer noch nette Menschen vor der Tür des Roncalli-Hauses und Freunde in der Stadt. Wir bekamen Stofftaschen mit Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs, die wir leer wieder zurückgaben. Im zweiwöchigen Wechsel gab es Gutscheine, im Wert von je 10 Euro, die aus einer großzügigen und großherzigen Erbschaft stammten. Diese Gutscheine ermöglichten den gezielten Kauf von Drogerieprodukten oder Lebensmitteln. Am Ende eines Monats konnte das bedeuten, dass so noch Geld übrig war, um sich Telefonguthaben oder Fahrkarten für den Bus zu finanzieren. Für manche von uns sind 10 Euro am Ende eines Monats viel Geld.

Jetzt soll im Oktober an drei Tagen – Montag, Mittwoch, Freitag – probeweise wieder der Mittagstisch angeboten werden. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten vor und hinter den Kulissen. An die Ehrenamtlichen, an das Pfarramt, das die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt, sowie allen Spendern von Finanzmitteln für dieses Projekt aber ebenso von Speis und Trank. Wieviel Zeit investieren alle? 

Wie viele Gedanken zu Organisation und Betrieb machen sich viele, die wir nicht sehen? Wie viele Personen stehen hinter der Suppenküche in Wolfenbüttel, von denen wir vielleicht nichts wissen? Ich kenne in Braunschweig keine vergleichbare Einrichtung, die so regelmäßig im  ganzen Jahr und in der kalten Jahreszeit, fast täglich geöffnet hat. Danke für Ihr aller Engagement, Ihren vollen Einsatz, das frühe Aufstehen, das Hin-und-herlaufen, für unsere Belange.

Danke auch dafür, dass Sie für uns, Ihre Gäste, an allen möglichen Stellen gute Worte einlegen. Danke für die vielen Spenden, die uns Besuchern des Roncalli-Hauses zu Gute kommen.“

N

"… ich bin alleinerziehende Mutter von 2 Kindern,

und wir kommen sehr gern in die Suppenküche. Für das Angebot des täglichen Mittagstisches kann ich mit meinem Geldbeutel nicht kochen. Meine Kinder bekommen die Mahlzeiten grundsätzlich kostenlos. Da ich keine weitere Familie habe, fühle ich mich manchmal wie in einer großen Familie. Die Suppenküche ist ein Ort für Leib und Seele.” (sagt Tatjana, ca. Mitte 30 Jahre)

N

"... da ich getrennt von meiner Frau lebe

und nicht kochen kann, ist die Suppenküche für mich nicht mehr wegzudenken. Das Geld, was ich an 6 Tagen in der Woche einspare, dafür kann ich mit meinen 2 Kindern auch mal ins Kino oder Schwimmbad gehen. Suppenküche – tolle Einrichtung.” (sagt Herbert, ca. 35 Jahre)

N

"... wenn es die Suppenküche nicht gäbe,

wüsste ich nicht, wie ich mit meinem Geldbeutel (Hartz IV) noch zu recht käme. Das Schöne an der Suppenküche ist, dass uns immer ein offenes Ohr geschenkt wird. Ich freue mich schon den ganzen Vormittag auf die Gesellschaft der Suppenküchen-Gäste sowie der freundlichen Helfer.” (sagt Sonja, ca. 60 Jahre)

N

"... wenn es in Wolfenbüttel die Suppenküche nicht gäbe,

hätte ich im Winter kaum eine warme Mahlzeit, da ich leider nicht kochen kann, und es schmeckt immer so gut. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Ich esse aber, wie es kommt.” (sagt Rüdiger, ca. Ende 40 Jahre)

Rüdiger trägt für seinen Lebensunterhalt Zeitungen aus. Er hat drei Bezirke. Wenn er von der Nachtschicht morgens nach Hause kommt , schläft er bis kurz vor 12 Uhr, dann macht er sich schnell auf den Weg zur Suppenküche. Rüdiger verzichtet auf Unterstützung vom Staat, dafür nimmt er die Suppenküche gern in Anspruch.

N

"… da ich nur von einer kleinen Unterstützung lebe,

komme ich seit vielen Jahren mittags ins Gemeindehaus. Die Helfer geben sich große Mühe für uns zu kochen. Es schmeckt nicht nur, sondern es gibt auch noch Nachschlag. Besonders freut es mich, dass wir immer schmackhaften Kuchen essen und soviel Kaffee trinken können, wie wir wollen.” (sagt Brunhilde, ca.65 Jahre)

N

"… wir, die Stammgäste der Suppenküche sind dankbar,

dass fremde Menschen für uns ihre Freizeit und Kraft geben, damit wir täglich satt werden. Besonders freut es uns, dass es an sehr kalten Tagen gegabeltes Essen gibt. Wir werden nicht nur abgefüttert, sondern die Mahlzeiten sind so geplant, dass wir auch gesunde Kost erhalten.” Die Kumpels am Tisch stimmen nickend zu. (sagt Stephan, ca. 30 Jahre)

N

"... ich komme aus Berlin und kenne diese Einrichtungen.

Leider wurde der soziale Mittagstisch in Berlin im letzten Winter wegen fehlender Gelder geschlossen. Durch meinen Umzug (wegen meiner Freundin) nach Wolfenbüttel, habe ich mich besonders gefreut, dass es eine Suppenküche gibt. Ich bin dankbar und erstaunt, was diese Helfer für uns alles leisten . Die Suppenküche in Wolfenbüttel ist einfach Spitze!!” (sagt Helmut, ca. 50 Jahre)

N

"… ich komme schon das elfte Jahr in die Suppenküche

und bin sehr froh, dass Wolfenbüttel diese Einrichtung hat. Da ich nur eine kleine Rente bekomme, hilft mir das gute Essen in den Wintermonaten, um etwas sparen zu können.” (sagt Roswitha, ca. 70 Jahre)